Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und nicht Wenige sind froh, wenn es vorbei ist. Dass dieses Jahr für die Bevölkerung die wahrscheinlich grössten Herausforderungen seit langem mit sich gebracht hat, versteht sich von selbst. Neben all dem Trubel um Covid-19 und den Folgen, die es für Wirtschaft und Menschen mit sich bringt, soll doch ein weiteres wichtiges Welt-Thema dabei nicht untergehen: Erneuerbare Energie und Umwelt. 

Wir haben uns zum Jahresabschluss deshalb mit unserem Verwaltungsrat-Mitglied Kurt Lüscher zusammengesetzt, um aus den Perspektiven der Politik und der Energieunternehmungen zu reflektieren. Und so viel ist sicher, die Branche hat 2020 mehr als gut weggesteckt:

Vieles ist noch offen

Ich möchte zunächst kurz auf die aktuellen Entwicklungen der Energiepolitik eingehen.

Ein überschaubarer, aber wichtiger Schritt aus energiepolitischer Sicht, war im Jahr 2020 die Verabschiedung des CO2-Gesetzes im Parlament. Eine zweite wichtige Weichenstellung ist die Entscheidung des Bundesrats, Stromversorgungs- und Energiegesetz gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Anliegen beider Gesetze sollen die Basis eines neuen Mantelgesetzes werden.

Offen bleibt hingegen, wie es mit dem Gasversorgungsgesetz weitergeht, dieses scheint im Moment keine Priorität zu haben, wohingegen das Thema Wasserstoff mehr und mehr in den Fokus rückt.

Gerade in Bezug auf diese energiepolitischen Themen bin ich gespannt, was im neuen Jahr kommt.

Was bedeutete 2020 für Unternehmen und erneuerbare Energie?

Die bestehenden politischen – teilweise recht unklaren – Rahmenbedingungen sorgen bei den Energieversorgungsunternehmen (EVU’s) für eine gewisse Unsicherheit. Ein Grossteil ist sich nicht sicher, in welche Richtung sie sich weiterentwickeln wollen und sollen.

Herausforderungen gehen aber oft Hand-in-Hand mit Chancen für neue Geschäftsideen. Selbst bisher eher konservative EVU’s orientieren sich stärker an Kundenbedürfnissen und erweitern ihr Produktportfolio entsprechend.

Sowohl im Energie- als auch im Wärmebereich ändert sich die Ausrichtung immer stärker in Richtung Entkarbonisierung. Das Ziel, bis spätestens 2050 CO2 -neutral zu werden, ist in der Branche definitiv angekommen.

Zu beobachten ist ausserdem die vermehrte Bereitschaft von Unternehmen, Partnerschaften einzugehen. Es gibt zwar immer noch ca. 700 Stromversorger in der Schweiz, immer mehr dieser Unternehmen spannen aber themenspezifisch und / oder regional zusammen. So bspw. im Bereich Smart Meter, Elektromobilität oder Vertrieb.

Mein Fazit: Es gibt eine Bewegung in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Partnerschaft und eine starke Akzeptanz der Anstrengung zur Dekarbonisierung. Einst träge Unternehmen haben begonnen sich zu bewegen.

Startup-Landschaft entwickelte sich dynamisch

Startups der Energiebranche wachsen und expandieren. Das anzustrebende Wachstum in der Schweiz und auch im Ausland führt dazu, dass entsprechende Finanzierungen jetzt gefragt sind. 

Es wird wichtig sein, dass sich diese Startups in der traditionellen Energiebranche etablieren können. Ich sehe da durchaus ein zunehmendes Interesse an strategischen Beteiligungen durch Energieversorger. Die Energielandschaft beginnt sich – wie schon erwähnt – stark zu verändern. Dabei sind sehr viele Startups die ich kenne ICT-orientiert, es gibt leider nur relativ wenige Schweizer Unternehmen, die sich mit Energie-Produktion, Transport oder saisonalen Speichern beschäftigen.

So hat Corona die Unternehmen beeinflusst

Die Energie- sowie die ICT-Branche gehören aus meiner Sicht eher zu den Gewinnern der Corona-Pandemie. Weil viele Menschen von zu Hause aus arbeiten müssen, ist es bspw. recht praktisch, Offertenanfragen, die Prüfung von Angeboten und die Kundenberatung gleich online zu absolvieren. Ein Geschäftsmodell, welches ja gerade auch Unternehmungen wie Eturnity sehr zugute kommt.

Generell war 2020 für die Energie- und ICT-Branche ein sehr anspruchsvolles, aber auch ein sehr gutes Geschäftsjahr.

Fazit: Corona hatte wenig negative Auswirkungen auf den Geschäftserfolg der Energiebranche. Was leidet sind die sozialen Kontakte. Gerade auch deshalb hoffe ich schon, dass Corona möglichst zeitnah von der Bildfläche verschwinden wird.

Vielen Dank für den Rückblick, Herr Lüscher!

Lesen Sie auch unseren Rückblick mit Walter Steinmann.

Bild Teaser: © Unsplash

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Bettina Enser

Bettina Enser ist die Verantwortliche für Marketing und Kommunikation bei der Eturnity AG. Sie liefert Einblicke in Themen rund um die Vermarktung von Erneuerbaren Energiesystemen. Bei Fragen zum Beitrag wenden Sie sich an bettina.enser@eturnity.ch