„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ und in den Wolken – in diesem Falle den virtuellen Clouds – sind dafür die Möglichkeiten grenzenlos. Nach Dropbox, Mega Cloud & Co. sind in Deutschland und der Schweiz nun auch vermehrt Strom Clouds für Solarenergie auf dem Vormarsch. Sie agieren als flexible Photovoltaik-Stromspeicher, auch über die Sommerzeit hinaus.

Vom holprigen Weg der Photovoltaik

Gerade in der Schweiz haben sich die Bedingungen der Photovoltaikanlagen in den letzten Jahren verändert. Gesetzliche Festlegungen zur Energiestrategie 2050 verlangen einen hohen Eigenverbrauch, tiefe Preise am Strommarkt allerdings zwingen Anlagenbetreiber dazu, möglichst geringe Überschüsse zu produzieren.

Photovoltaik-Anlagen als Marktsegment bleiben trotz zuletzt gestiegener Zubauten (EnergieSchweiz, 2019) in der Schweiz dadurch problematisch, denn der für die Wirtschaftlichkeit zuträgliche hohe Eigenverbrauch führt dazu, dass Anlagen knapp dimensioniert werden. In Deutschland sieht es ähnlich aus, wenngleich die Zahlen 2019 ebenfalls stiegen (Fraunhofer ISE, 2020).

Reicht eine Batterie als Ergänzung zur Photovoltaik-Anlage?

Der Problematik wirken Batteriespeicher etwas entgegen, indem sie die Verschiebung der produzierten Tagesenergie in den Abend und damit etwas Flexibilität ermöglichen. Doch auch die Batteriespeicher sind eigenverbrauchsoptimiert, schliesslich ist die entstandene Solarenergie saisonal nicht verschiebbar.

Photovoltaik ist ein elementares Glied der Energiestrategie, um die nach Pariser Klimaprotokoll erforderliche Dekarbonisierung zu erreichen, ist allerdings ein erheblicher Ausbau dieser Technologie notwendig.

Photovoltaik und Stromspeicher machen zusammen mehr möglich

Was es braucht, ist eine Möglichkeit, den im Sommer produzierten Überschuss an Solarenergie im Winter nutzbar zu machen. Gerade im Winter ist die Schweiz noch stark importabhängig. Wasserkraft trägt massgeblich zur Sicherung der Winterstromversorgung bei, Optimierungsmöglichkeiten bieten sich durch virtuelle Innovationen: Clouds für Solarenergie.

Ein virtueller Stromspeicher fungiert als eine Art Konto, in der Informationen und Guthaben gespeichert sind. Diese Informationen, vor allem aber das Guthaben, lassen sich jederzeit abrufen.

Die Vor- und Nachteile des Stromspeichers

Anbieter der Solarenergie-Clouds werben mit unterschiedlichen Preismodellen zu unterschiedlichen Konditionen. In einer Analyse der EnergieSchweiz von 2019 hatten bereits fünf von 12 einbezogenen Anbietern einen virtuellen Speicher mit im Portfolio integriert.

Dabei stellte sich heraus, dass virtuelle Stromspeicher aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoller waren als physische Batteriesysteme. Da sich Prosumer ein Modell wünschen, dass die im Sommer produzierte Solarenergie im Winter abrufbar macht, ist ein virtuelles Stromspeicher-Modell sehr interessant für Energieversorger.

Die Konditionen sind bei den meisten Modellen ähnlich und beinhalten neben der Option des ganzjährigen Speicherns und Abrufens überflüssiger Solarenergie, beispielsweise:

  • Die gleichzeitige Kombination mit physischen Speichern (Batterien),
  • Ein ganzheitliches Managementsystem (meist über Apps)
  • Nutzbarkeit für E-Mobilität
  • Stromsharing – Wodurch eine ganze Community den Strom miteinander teilen kann
  • Einen Verzicht auf Verwaltungs- und Wartungskosten

Fazit

Ein pauschales Abonnement kann für beide Parteien kosteneffektiv angeboten werden. Zu dem Ergebnis kommt abschliessend auch EnergieSchweiz. Stromspeicher-Abonnements für Solarenergie liegen dabei deutlich unter den Investitionspreisen von Batteriesystemen. Ausserdem werden Netzkosten gedeckt, die durch den Eigenverbrauch wegfallen.

Es gibt Solarrechner, die es Anbietern in der Photovoltaik-Branche ermöglichen, ihre virtuellen Speichermodelle abzubilden und potentielle Kunden so umfassend zu beraten. So auch der Solarrechner von Eturnity, er ermöglicht den Vergleich von virtuellen Stromspeicher-Modellen mit physischen Batterien und PV-Anlagen ohne Speicherlösungen. So können Endkunden und HauseigentümmerInnen optimal beraten werden.

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Bettina Enser

Bettina Enser ist die Verantwortliche für Marketing und Kommunikation bei der Eturnity AG. Sie liefert Einblicke in Themen rund um die Vermarktung von Erneuerbaren Energiesystemen. Bei Fragen zum Beitrag wenden Sie sich an bettina.enser@eturnity.ch